Handelsblatt
| Risiken des Devisenhandels |
Devisengeschäfte sind mit einem hohen Verlustrisiko behaftet. Bevor Sie sich als Marktteilnehmer an den internationalen Devisenmärkten engagieren, möchten wir Sie über Ablauf und Abwicklung, insbesondere aber über die typischen Risiken bei Devisengeschäften, informieren. Diese Risikoinformation kann nicht über alle möglichen Risiken beim Devisenhandel aufklären und enthält demgemäß nur Hinweise zu den typischen Risiken des Devisenhandels und des Online-Devisenhandels. Der Handel mit Devisen und die damit verbundenen Risiken erfordern besondere Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen und sind deshalb für viele Kapitalanleger nicht geeignet. Sie sollten deshalb sehr sorgfältig prüfen, ob der Online-Handel mit Devisen angesichts ihrer Erfahrung, Anlageziele, finanziellen Möglichkeiten und ihren sonstigen anlagerelevanten persönlichen Verhältnissen eine angemessene Form der Kapitalanlage darstellt. Wir bitten Sie, diese Risikoaufklärung sorgfältig zu lesen und zu prüfen, ob Sie bereit und in der Lage sind, die mit Devisengeschäften verbundenen wirtschaftlichen Risiken zu tragen.
Motor und Geschäftsgrundlage der internationalen Devisenmärkte sind die ständigen Kursschwankungen, die neben zahlreichen anderen Faktoren durch Angebot und Nachfrage des Marktes beeinflusst werden. Mit der globalen Vernetzung der Märkte und Marktteilnehmer hat sich der Devisenmarkt in den vergangenen Jahren zum liquidesten aller Finanzmärkte entwickelt. Die große Zahl der Marktteilnehmer und die dank moderner Kommunikationstechnologien möglichen extrem kurzen Reaktionszeiten führen heute bisweilen an einem Tag zu Kursschwankungen, wie sie früher nur über längere Zeiträume zu beobachten waren. Gerade in diesem Umstand liegt die besondere Attraktivität des FOREX-Handels, aber auch sein außerordentlich hohes Risiko. Die maßgeblichen Wechselkurse im Kassageschäft werden durch den Geldkurs und den Briefkurs definiert. Im internationalen Devisengeschäft werden diese Kurse als „Bid-Kurs" (der Geldkurs) und als „Ask-Kurs" (Briefkurs) bezeichnet. Bid-Kurs ist der Kurs, zu dem der Verkäufer oder Händler eine Währung einkauft. Ask-Kurs ist der Kurs, zu dem der Käufer die Währung ankauft. Die Differenz, auch „Spread" genannt, zwischen Bid-Kurs und Ask-Kurs ist mithin der Betrag, um den der Kontrahent die Währung teurer einkauft oder billiger verkauft. Bid-Kurs und Ask-Kurs liegen keineswegs fest. Vielmehr unterscheiden sich die Kurse insbesondere nach dem Volumen des Geschäfts und der Art des Kunden.
Margin und Leverage-Effekt
Eine Variante des Devisenkassageschäfts ist der körperliche tatsächliche Kauf einer Währung gegen Zahlung des entsprechenden Betrages einer anderen Währung. Angesichts der Vielzahl von Geschäftsvorfällen und der kurzen Laufzeiten der Geschäfte wird das Kassageschäft typischerweise nicht gegen Zahlung des entsprechenden Gegenwerts einer anderen Währung abgewickelt. Vielmehr muss der Käufer zur Deckung des Risikos lediglich eine Mindestdeckung, die so genannte „Margin", hinterlegen. In Höhe der Margin ist das gehandelte Währungsvolumen durch Ihren Kapitaleinsatz gedeckt, der Restbetrag des Handelsvolumens ist gleichsam auf Kreditbasis finanziert. Die Abwicklung des Devisengeschäftes auf der Basis einer Margin reduziert zwar den Kapitaleinsatz des Käufers, der mit einem vergleichsweise geringen Kapitalstock ein vergleichsweise großes Handelsvolumen bewegen kann. Konsequenz des Margin-Geschäftes ist aber, dass selbst geringe Kursschwankungen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können, wenn der Verlust die hinterlegte Margin überschreitet. Im Grundsatz gilt: Je geringer die Margin, desto größer die Gefahr des Totalverlustes des eingesetzten Betrages. In der Praxis wird dieser Zusammenhang als Hebeleffekt oder Leverage-Effekt bezeichnet. Die folgenden Beispiele verdeutlichen die Wirkung des Leverage-Effektes in Gewinn- und Verlustsituationen. Das Beispiel geht davon aus, dass Sie einen Betrag von bis zu US-$ 10.000 einsetzen wollen. Bei einer Margin von 1% können Sie mit diesem Betrag ein Handelsvolumen von maximal US-$ 1.000.000 bewegen. Im Beispielsfall wollen Sie eine Währungsposition von € 500.000 erwerben.
a. Gewinnsituation
Ein erfolgreiches Devisenkassageschäft würde sich wie folgt entwickeln: Kaufpreis bei einem €-Kurs von US-$ 1,1600 : US-$ 580.000. Zum Verkaufstermin ist der € - Kurs um 0,50 % auf US-$ 1,1658 gestiegen. Der Verkaufserlös beträgt US-$ 582.900. Gewinn: US-$ 2.900. Bei einem Kapitaleinsatz von US-$ 5.800 (Margin 1 % von US-$ 580.000) haben Sie damit einen Gewinn von US-$ 2.900 erzielt, was ohne Kosten einer Rendite von 50 % entspricht.
b. Verlustsituation
Ein nicht erfolgreiches Devisenkassageschäft würde sich wie folgt entwickeln: Kaufpreis bei einem €-Kurs von US-$ 1,1600 : US-$ 580.000. Zum Verkaufstermin ist der € - Kurs um 0,50 % auf US-$ 1,1542 gefallen. Der Verkaufserlös beträgt US-$ 577.100. Verlust: US-$ 2.900 Bei einem Kapitaleinsatz von US-$ 5.800 (Margin 1% von US-$ 580.000) hat sich das eingesetzte Kapital damit halbiert. Würde der €-Kurs nicht nur um 0,50 %, sondern um 1 % auf US-$ 1,1484 fallen, würde der Erlös aus der Veräußerung der € 500.000-Position US-$ 574.200 betragen. Damit würde es zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals von US-$ 5.800 kommen. Das Beispiel zeigt, dass der Leverage-Effekt sowohl bei Gewinn- als auch bei Verlustgeschäften zu extremen Ergebnissen neigt.
|
|
|